Mit Erlaubnis vom Bruno erhalte ich Seine Arbeit der Internet-Seite www.schmiedag-hansa-einachsschlepper.de und http://www.schmiedag-hansa-50.de/index2.html hier als Schmiedag-Info-Seite und werde ggf. den Inhalt dieser Seite erweitern. Gruß Thomas

 

 


 

Hier entsteht eine Seite über den Schmiedag Hansa 50 mit Daten, Bildern und Tipps.

Wer etwas über den Schmiedag Hansa Einachser zu erzählen weiß, kann mir gern eine eMail schicken.

Von vielen Listen habe ich Kopien bekommen (z.B. vom deutschen Museum). Bei der Wiedergabe erreichte ich natürlich nicht die erwünschte Qualität. Dankbar wäre ich für Scans von Originalen in jpg. Format.



Alles Geschriebene und Gezeigte ist nach bestem Gewissen entstanden.

Für die gesamten Seiten besteht jeglicher Haftungsausschluß

 

 

 

Inhalt

Startseite - Geschichte         Geschichte des Hansa, Datenliste
Hansa 50 Benzin                      Daten, Fotos
Hansa 50 mit Diesel 500        Daten, Fotos
Hansa 50 mit Diesel 600        Daten, Fotos
Schmiedag 600                       Daten, Fotos
Anbaugeräte                           Fotos
Technik Motore                     Fotos, Reparaturtipps
Technik Fahrwerk                 Fotos, Reparaturtipps
Technik Anbaugeräte            Fotos, Reparaturtipps

Zulassung                       Tips zu Zulassung des Einachsers
Unterlagen                       Anleitungen und Listen zu Schmiedag Einachser
Hansa 50 Schaltung        Tips bei Problemen mit der Schaltung
Hansa 50 Zapfwelle        Fotos zum Abdichten der Zapfwelle Hansa 50

 

 

 


Es begann Anfang 1900 in Hamburg Bergedorf. Dort war Ernst Barthels in den Eisenwerken beschäftigt. Nebenbei reparierte er im Wohnzimmer Zentrifugen. Am 29.10.1919 gab er die Anstellung im Eisenwerk auf und gründete eine Maschinenbauwerkstatt mit Dreherei. 1921 waren bei ihm bereits 6 Mitarbeiter tätig. Es wurden Zentrifugen und landwirtschaftliche Geräte repariert. Die Ersatzteile wurden in der eigenen Dreherei erstellt.

Seit Anfang der 30er Jahren lag sein Augenmerk auf die Verbesserung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. 1935 stellte er seinen ersten Einachser vor, den Hansa 48. Dieses Motorpflug war in den umliegenden Gartenbau- und landwirtschaftlichen Kleinbetriebe sehr beliebt, da robust und handlich war. Neben pfügen konnte man damit auch schon fäsen , hacken und häufeln, auch ein Anhänger war anhängbar. Die Produktion lag bei ca. 5 Einachser je Woche.

Der Gedanke von Ernst Barthels war, die im Ackerbau vorhandenen Geräte auf einfache Art für den Einachser umzubauen.


Hansa 48 - Modell P 9




Zweitaktmotor F&S oder Jlo, 9,5 PS Benzin- oder Traktorentreibstoff Verbrauch 1,5-3 l je Std. 3Gang Getriebe mit Rückwärtsgang, automatische Kupplung mit Bremse, Räder einzeln auskoppelbar, Bereifung 6x20, Luftbereifung oder Gitterräder, viele Geräte auch Anhänger ankoppelbar





Foto: Archiv Deutsches Museum

Hansa 50


Motoren: Ilo 400 ccm, Zweitakt, 10 PS, Verbrauch 3-4 l, Anwerfkurbel F&S, 350 ccm Zweitakt, 9 PS, Verbrauch 2-3 l, Kickstarter Viertakt Diesel, 760 ccm, 12 PS, Verbrauch 3,5 l 6 Gang Getriebe mit 2 Rückwärtsgängen, 2 stufige Zapfwelle gangabhängig, Differenzial mit Lenkbremsen, Gewicht 450 kg, Geschwindigkeit von 1-12 km/h, auf Wunsch mit Wagenheber, Reifen 6x18, Greiferräder oder Gummibereifung Geräte: Ein- Mehrscharpflug, Bodenfräse Osthaus 70/90, Kultivator, Egge, Vielfachgerät mit Rüben/Katoffelhackrahmen, Pflanzlochsternen, Häufler, Roder, Rodepflug, Mähbalken, Baumspritze, Pflanzmaschine, Heuwender, Drillmaschine, Riemenscheibe, Seilwinde, Walze, Scheibenegge, Anhänger, Anhängerkupplung vorn und hinten


Foto aus Sonderbeilage "75 Jahre Barthels" der Bergedorfer Zeitung



Während des Krieges kann der Einachserbau fast zum Erliegen. Von der 12köpfigen Mannschaft wurde ein Teil zum Kriegdienst eingezogen, der Rest fertigte Teile für die Rüstungsindustrie.

Nach dem Krieg begann die Arbeit erst wieder mit Reparaturen und Lohndreharbeiten. Wenn Material übrig war, wurden auch wieder Einachser gebaut. Nach der Währungsreform 1948 wurde der Bedarf größer, Barthels fertigte wieder 5-6 Hansa 48 in der Woche. Die Nachfrage stieg und es mußten neue Räumlichkeiten angemietet werden. Inzwischen waren 30 Mitarbeiter in Lohn und Brot. 1949 wurde der Hansa 48 erstmals auf der Landwirtschaftmesse in Köln ausgestellt. Bis dahin war der Kundenkreis auf Norddeutschland/Westfalen begrenzt. Jetz kamen Interessenten aus den umliegenden Länder, selbst  aus Südamerika und der Türkei. Die Nachfrage war so groß, daß die bisherige Einzelanfertigung der Seriefertigung weichen mußte. Da die Werkhallen für die Serienfertigung nicht ausgelegt waren, beschloß Ernst Barthels noch im Jahre 1949 die Rechte an den weiterentwickelte Hansa 48 (Hansa 50) an die Schmiedag-Werke in Hagen zu verkaufen.

Ende 1950/Anfang 1951 wurde von der Fa. Barthels viele Patentrechte von Anbauteilen für den Hansa gelöscht.

Ab ca. 1951 wurde der Hansa 50 in weiterentwickelter Form dann von Barthels Söhne in Hagen gefertigt. Als Motor war ein Fichtel & Sachs Stamo 360 Zweitakt Motor mit ca. 9 PS eingebaut. Dieser konnte wahlweise mit Benzingemisch Mix 1:25 oder mit einem Gemisch aus Benzin und Diesel (50/50) im Mix 1:25 fahren. Starten konnte er jedoch immer nur mit Benzingemisch. Hierfür hatte er 2 Tanks. Nach dem Starten konnte er auf Diesel/Benzingemisch umgestellt werden. Der Verbrauch war bei Benzin/Dieselgemisch 5-15% höher und die Leistung etwa 10% geringer. Für diese Treibstoffart wurde die Kompression durch eine dickere Zylinderkopfdichtung  von 6:1 auf ca. 5:1 herabgesetzt. Die Motore konnten auch mit Petroleum oder Keosin gefahren werden. Voraussetzung war aber, daß dem Motor immer mindestens 40% seiner Leistung abverlangt wurde.

Bei den ersten Modellen waren Fahr- und Zapfwellengetriebe noch getrennt, hatten also 2 Ölkammern.

 

2 Tanks mit Benzinhähne zum Umschalten

Hier noch mit der abgeschrägten Motorhaube von Barthels.

Mit dem 50er Fahrwerk gab es auch einen Hansa 60 mit Ilo-Zweitaktmotor Le400Ftr, 400 ccm, 8,5 PS bei 3000 U/min.
Der Jlo Le400Ftr war ein Zweitakt-Benzin-Motor für den Betrieb mit "Traktorentreibstoff" optimiert wurde.

Für weitere Infos zum Thema Traktorentreibstoff das Bild des Motors anklicken.




Jlo Le400Ftr

Foto Thomas P.




Hansa 50 von ca. 1949

unten links das Hansa-Zeichen von Barthels




Archiv Deutsches Museum, München




Ernst Barthels wandelte seine Firma dann in eine Verkaufs- und Servicefirma um, die neben dem Hansa auch Produkte anderer Hersteller vertrieb und wartete.

 

Die Verkauf des Hansa lief bei Schmiedag in der ersten Zeit noch unter den Namen Barthels weiter. Es wurden auch noch die Unterlagen mit dem Barthels-Firmeneindruck beigelegt. 1952 wurde der Barthels-Schriftzug noch durchgestrichen und mit dem Schmiedagschriftzug überstempelt.


Hansa 50 aus der Produktion bei Schmiedag








Archiv Deutsches Museum, München

Okt. 1952 wurde von Schmiedag beim 50 D noch die Beschreibung vom Barthels-Benziner beigelegt s. Bild.



Der Hansa 50 D (Getriebe und Fahrwerk wie beim Benziner) mit einem 500er Diesel. Dieser Motor wurde von Holder/Zanker entwickelt und gebaut und später von Fichtel & Sachs in Lizenz übernommen. Der Holdermotor wurde wahrscheinlich auch in den Hansa eingebaut, denn auf der Landwirtschaftsausstellung 1950 in Frankfurt stand dem Anschein nach ein Hansa 50 D, auch mit abgerundeter Haube wie beim Benziner.


Landwirtschaftsausstellung 1950 in Frankfurt



Foto Firma Barthels



Die Entwicklung blieb nicht stehen und es wurden immer wieder Details verändert. Die Hauben wurden eckig, der Diesel erhielt eine große geteilte Stoßstange. Ca. 1951/52 wurde beim Diesel der Tank, Haube, Stoßstange nochmals geändert. Das Zweikammergetriebe wurde einteilig.

Ca. 1955 wurde die zweiteilige Lenkstange gegen einen Einholm getauscht. Die Schaltung der Zapfwelle wurde von links seitlich auf den Getriebedeckel verlegt. Das Differenzialsperrengestänge wurde durch einen Bowdenzug ersetzt.

1957 wurde die Motorpalette durch einen 600er Fichtel & Sachs Zweitakt-Diesel mit 12 PS ersetzt. Dieser Motor war luftgekühlt und hatte in den meisten Fällen schon einen Anlasser. 1959 wurde aus dem Wirbelkammerdiesel ein Direkteinspritzer. Sachs baute auch einen 600er Diesel mit Wasserkühlung. Ich weiß aber nicht, ob der bei Schmiedag verbaut wurde.

Hansa 50 D



Archiv Deutsches Museum München

Für den Hansa 50 gab es viel Zubehör und durch die hohe Fertigungsqualität und den guten Kundendienst war er sehr beliebt. 1956 kostete ein Hansa 50 B DM 3060, ein Hansa 50 D DM 3600. Ein VW Standard war 1957 nur DM 150 teuerer als ein Hansa 50 D.

Der Hansa 50 B war mit seinen 450 kg und geringer Kopflastigkeit noch recht gut zu händeln. Durch die größeren Dieselmotoren wurde der Hansa immer kopflastiger. Man mußte schon ein gestandenes Mannsbild (Frau) sein um solch Ungetüm bändigen zu können. Handhabungsfehler hat er nie verziehen und sofort reagiert. Besonders fatal war die Verwechselung von Kupplung und Lenkbremse bei schneller Fahrt. Manchmal, so sagt man, soll der Schlepper auch mit dem Bediener gefahren sein und nicht umgekehrt. In manchen Gegenden wurde diese schweren Einachser auch Vatermörder genannt.

Viele Besitzer haben in den 60er Jahren diese schweren Einachser in die Ecke gestellt und sind auf leichtere oder 2achser umgestiegen.

Ende der 50er Jahre entstand der Schmiedag 600 mit neuem Geschicht und gewichtsreduziert. Er würde mit dem Berning Benziner und Diesel und dem Ilo-Diesel gebaut.

Schmiedag 600/27




Dieser Schlepper wurde auch baugleich von Hako Boss vertrieben.

Hako Boss mit Ilo-Diesel



Foto VK



Mit dem Hansa gab es viele Prototype, die nicht in Serie gingen

1950/51 wurde eine fahrbare Ladefläche entwickelt und gebaut. Von hinten konnte dort ein Hansa als Antriebseinheit drunterfahren und verkoppelt werden. Die Schaltstangen und  -züge konnten nach vorn umgehängt werden.



Foto Thomas P.



Ca. 1954 gab es auch noch einen Geräteträger, wo die Anbaugeräte zwischengehängt werden konnten.


Foto Thomas P.



Foto Thomas P.



Es gab auch noch einen Geräteträger-Eigenbau welcher mit Unterstützung von Schmiedag gebaut wurde.

Ein Bericht wurde vor einigen Jahren vom "BürstenPeter" im Internet veröffentlicht. Im August 2000 diagnostizierte man ihm eine Multiple Sklerose (MS). Nach seiner Erkrankung wurde der Geräteträger in Richtung Hamburg verkauft.

Wenn jemand Infos zum Erbauer bzw. zum jetztigen Besitzer hat, bitte melden





Im September 1969 gab Schmiedag die Sparte Trecker und Kleinraupen an O & K ab.

Die schönen Kleinraupenvarianten von Schmiedag darf man nicht vergessen zu erwähnen.

 

 

 

 



Ausschnitt aus der Sonderbeilage in der "Bergedorfer Zeitung" zum 75jährigen Bestehen der Fa. Barthels



Foto aus den 40er Jahren, meiner Meinung nach schon ein Hansa 50 von ca. 1949

Bild aus den 50er Jahren

Ein sehr schönes Bild mit viel Aussagekraft. Auf der Straße ein Hansa 50 mit Triebachser




Foto aus den 60er Jahren von Alex







Bild aus den 70er Jahren von Alex

Bild aus den 60er Jahren

Bild aus den 70er Jahren von Alex

Bild aus den 90er Jahren von Alex



die nachfolgende Generation

in der Hoffnung, daß diese unsere Schätzchen weiter hegen, pflegen und das angesammelte Wissen an die ihnen anfolgende Generation weitergibt.




Foto Alex

 

 

 

 

 

 


Gedankenspiel

Wenn ich davon ausgehe, daß Barthels/Schmiedag alle Getriebe, egal mit welchem Motor, durchnummeriert hat, so wurden bis Juni 1952 392 Schlepper gebaut. Der 50 D von Norbert scheint auch wohl in dieser Zeit entstanden zu sein. Beide Schlepper haben ein Blechschild als Getriebenummer.

Der Hansa 50 D von Andi mit der eingeschlagenen Getriebenummer 101506 wurde im Okt. 1952 gebaut, bzw. ausgeliefert. Da ich mir nicht vorstellen kann, daß innerhalb von wenigen Monaten über 100000 Schlepper gebaut worden sind, gehe ich davon aus, daß die ersten 2 oder 3 Zahlen Baureihen und die letzen 3 oder 4 Zahlen der Getriebenummmern die Stückzahl anzeigen. Somit wären in 4 Monaten 114 bzw. 1114 Schlepper gebaut worden.

Bei manchen 5stelligen Getriebenummer ist auch nach der 1 bzw. 2 Ziffern ein Leerraum.
> Hansa-Register